Adelson’s “Schachbrett-Schatten”
Wie ich bereits schon einmal in einem vorherigem Beitrag erwähnt habe, bin ich ein Freund optischer Täuschungen, auch Sehphänomene genannt. Daher darf hier auf diesem Blog auch nicht mein jahrelanger Favorit fehlen. Die Schatten-Illusion von Edward H. Adelson.
Anhand der Bezeichnungen in der Grafik könnt ihr euch die Illusion wahrscheinlich schon denken. Ja, das Feld A und B haben die selbe Farbe.Um den Effekt etwas zu verdeutlichen habe ich folgende Animation erstellt.
Michael Bach, Leiter der Sektion Funktionelle Sehforschung/ Elektrophysiologie vom Universitäts-Klinikum Freiburg, erklärt es folgendermaßen:
Technisch unterscheidet man zwischen „Helligkeit” – das, was man wahrnimmt – und „Leuchtdichte” – was man auf der Fläche physikalisch messen kann. Hier ist die Leuchtdichte der fraglichen Karos gleich, ihre Helligkeit hingegen unterschiedlich.
Warum? Unser Sehsystem interpretiert die Darstellung als räumlich, sieht eine Säule, einen Schatten und vermutet eine Lichtquelle oben links. Dann zieht unser Sehsystem die vermutete Beleuchtung ab, um zur „wahren” Helligkeit des jeweiligen Karos zu kommen, unabhängig von der Beleuchtung. Damit wird eine ganz wesentliche Leistung vollbracht: Eine Materialeigenschaft – hier der Grauton des jeweiligen Karos – richtig zu beurteilen, unabhängig davon, welches Licht darauf fällt.
