Online Banking am Mac
Bereits über zwei Jahre ist es nun her, dass ich mich gegen Windows und für Mac OS X entschieden habe. Ein Wechsel mit vielen Hindernissen, nötigen Umstellungen und vor allem viel neuer Software.
Für die meisten Anwendungsbereiche verlief der Umstieg auf neue Programme und neue Abläufe relativ Problemlos. Die berühmte Ausnahme der Regel ist in diesem Fall, das Online Banking! Hier hat die Windows-Welt überraschenderweise noch immer die Nase vorn. Für den Mac gibt es bis heute kein wirklich gutes Programm für die persönliche und berufliche Finanzverwaltung und Auswertung. Eine Zeit lang habe ich einfach weiter ein Windowsprogramm (ALF BanCo) genutzt, dass auf einer virtuellen Maschine gelaufen ist. Langfristig war dies aber nicht befriedigend. VM starten, Programm starten, an Windows-Umgebung anpassen, das war zu aufwendig und nicht alltagstauglich. Danach habe ich dann mein Glück online probiert. Mit kontoblick. Aber auch das brachte keine Zufriedenheit. Um endlich eine vernünftige Lösung zu finden, hab mich entschieden alle auf dem Markt befindlichen Angebote einige Tage lang zu testen.
Screenshot aus der Banking-Software Pecuina
Mein Fazit
MacGiro
Mit 139 € das teuerste Programm auf dem Markt. Die Feature-Liste hat Hoffnung gemacht, aber nach der Installation wurde ganz schnell klar, dieses Programm wird es nicht. Jede Aktion, ob Kontoabruf, Auswertung, Blick in die letzten Umsätze, wird in einem gesonderten Fenster geöffnet. Die Bedienung ist somit extrem unübersichtlich. Zudem ist das Design sehr einfach und kein wenig Mac-like.
Bank X
Hier ist das Fensterverhalten und auch die Übersicht deutlich besser. Doch auch hier hätte ich für 99 € eine deutlich durchdachtere Software erwartet. Keine Frage Bank X hatte einige nützliche Gimmicks. Für Selbstständige rechnet es beispielsweise automatisch die Umsatzsteuer-Zahllast aus. Aber insgesamt muss man auch bei diesem Programm mit vielen kuriosen Eigenheiten leben.
moneyplex
Viel Hoffnung liegt in der Finanzsoftware moneyplex von matrica. Diese ist aber bis heute nicht für den Mac als finale Version verfügbar. Wer noch warten kann, sollte diese Möglichkeit trotzdem im Auge behalten. Zumindest Gast Autor Dirk Haase zeigt sich auf dem cyberbloc begeistert.
Hibiscus
Da kommerziellen Kandidaten mehr Ärger als Freude machten, habe ich gedacht wenn schon suboptimal dann wenigstens kostenlos. Und so kam ich zu Hibiscus. Diese Software hatte ich dann auch einige Wochen im Einsatz. Aber so richtig warm wurde ich auch damit nicht. Das Programm ist langsam und das kategorisieren und auswerten war wenig überzeugend. Allerdings muss man sagen, dass es auch nicht viel schlechter als das der kommerziellen Lösungen war. Dafür also das es kostenfrei angeboten wird, eine akzeptable Alternative.
Pecuina
Letzt endlich bin ich dann aber bei Pecuina gelandet. Pecunia ist Open-Source (GPL-Lizenz). Pecunia war von Anfang an nicht nur als reine Online-Banking-Anwendung geplant. Nachdem die Banking-Funktionen vollständig vorhanden sind, wird Pecunia sich in Richtung einer Haushaltsrechnung entwickeln. Das heißt, es wird möglich sein, Budgets (für Kategorien) zu vergeben und manuell (Um)Buchungen zu erfassen. Hinzu kommen Forecast-Funktionen, Auswertungen usw. Im Prinzip sollen sich damit alle Aspekte der privaten Finanzplanung und -überwachung abbilden lassen. Soweit die Theorie, in der Praxis muss der anspruchsvolle Nutzer auch bei dieser Software viele viele Abstriche machen. Beispielsweise lassen sich Kategorien noch nicht grafisch auswerten.
Dennoch, Pecuina stellt meiner Ansicht nach momentan die beste (von gut kann aber auch hier keine Rede sein) Alternative dar. Alles ist relativ einfach, übersichtlich und schnell. Dazu ist das Programm komplett kostenlos.
Gott, bitte lasse gute Programme für das Online-Banking auf dem Mac vom Himmel fallen!
Hast Du mal activeMoney (http://www.msu.de/activemoney/) getestet? Das kostet nur 50€.
Pecuina steht ab sofort in der Version 0.3 zum Download bereit und enthält jetzt auch grafische Auswertungen für den Kategorie-Verlauf!